HOTEL BEETHOVEN
Die Stadt Bonn hat in den nunmehr beinahe zwanzig Jahren der deutsch-deutschen Wiedervereinigung ihr Profil, ihre Aufgabe und ihre internationale Position stetig und deutlich spürbar verändert. Ganze Viertel wurden nach einer kurzen Spanne der Verwaisung geöffnet, umfunktioniert, neu bebaut und belebt. Dieser Prozess vollzog sich fließend, nur bei großen Bauvorhaben von der Presse begleitet und somit von der Öffentlichkeit wahrgenommen.
Der Umwandlungsprozess der Stadt Bonn ist bereits weit fortgeschritten. Immer wieder werden Umzüge der letzten politischen Instanzen diskutiert, die tatsächlich vollzogene Veränderung reicht jedoch weit über die zahlreichen Umzugskartons hinaus.
Das Hotel Beethoven, dessen Abriss bevorsteht, ist eines der letzten Relikte einer Ära die abrupt mit dem Fall der Mauer endete. An dem „Charme“ seiner eher kleinstädtisch funktionalen als repräsentativen Architektur lässt sich archetypisch der Charakter der „Bonner Republik“ ablesen, das Understatement der architektonischen Form, dem sich die Bonner Bebauung der sechziger und siebziger Jahre verpflichtete. Die tatsächliche historische Relevanz, die den unscheinbaren Gebäuden zugeschrieben werden kann, blieb dabei – oft sehr gezielt – verborgen.
Weiter lesen......